Pilot in Laboe – die App ist in der Testphase
InkluGuide
Die hörbare Karte
Eine App, die dir deine Umgebung vorliest – Orte, Adressen, Abfahrten und den Weg zu Fuß. Gemacht für blinde und sehbehinderte Menschen. Ohne Konto, ohne Tracking, auch ohne Internet.
Was ist InkluGuide?
Wer nicht sieht, kann kein Schild lesen, keinen Aushang und keinen Fahrplan an der Haltestelle. InkluGuide liest all das vor. Die App richtet sich in erster Linie an blinde und sehbehinderte Menschen, nützt aber – wie vieles in der Inklusion – vielen: älteren Menschen, Ortsfremden oder allen, die lieber zuhören als auf ein Display zu schauen.
Pilotort ist Laboe an der Kieler Förde. Hier bauen wir die App mit den Menschen auf, die sie nutzen – bevor sie in weitere Orte kommt.
So klingt InkluGuide
Richtungen nennt die App als Uhrzeit, so wie man es aus dem Orientierungs- und Mobilitätstraining kennt. 12 Uhr ist geradeaus, 3 Uhr rechts, 9 Uhr links:
„Rathaus Laboe – 100 Meter, 3 Uhr.“
Die Richtung ergibt sich aus deiner Gehrichtung. Stehst du still und die App ist sich nicht sicher, erfindet sie nichts, sondern bittet: „Bitte gehen Sie zwei Schritte vorwärts.“ Eine falsche Richtung wäre für blinde Menschen gefährlicher als gar keine.
Was die App heute kann
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Wo bin ich?
Die App nennt die nächste Adresse und den nächsten bekannten Ort – mit Richtung als Uhrzeit. Ganz ohne Internet.
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Orte in der Nähe und Orte entdecken
Alle Orte im Umkreis, nach Kategorien gefiltert. Oder von zu Hause aus stöbern, zum Beispiel vor einem Ausflug.
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Zu Fuß ans Ziel
Die Navigation rechnet auf dem Handy und sagt rechtzeitig an: Querung, Ampel mit Tonsignal, Bordstein, Treppe – und auf welcher Seite der Eingang liegt.
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Bus und Fähre
Die nächsten Abfahrten je Haltestelle und Fahrtrichtung, mit Hinweis auf rollstuhlgerechte Fahrzeuge. Der Fahrplan von NAH.SH wird täglich aktualisiert.
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Alles über einen Ort
Adresse, Öffnungszeiten in verständlichem Deutsch, Barrierefreiheit Zeile für Zeile, Ausstattung von Haltestellen und Toiletten, Angebot der Lokale – und ein Knopf zum Anrufen.
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Speisekarten
Speisekarten der Lokale zum Vorlesen, nach Abschnitten gegliedert, Preise ausgeschrieben. Die Technik steht. Die ersten Karten tragen wir ein, sobald die Lokale zugestimmt haben.
Die ganze App ist mit VoiceOver und TalkBack ohne Sicht bedienbar. Wer keinen Screenreader nutzt, bekommt die Texte von der App vorgelesen. Alle Farben erreichen einen Kontrast von mindestens 7:1, die Schrift wächst mit der Einstellung am Handy mit.
Laboe in der App
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91
Orte in Laboe – von Apotheke bis Zahnarzt, darunter 36 Lokale und 9 Toiletten
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1.446
Adressen, damit „Wo bin ich?“ auch ohne Internet die nächste Hausnummer nennt
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629
Wege und Wegstücke für die Navigation zu Fuß, mit Querungen, Ampeln und Bordsteinen
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11
Haltestellen mit Fahrplan – 8 Linien, darunter die Fähre F1
Laboe gemeinsam kartieren
Die Grundlage ist OpenStreetMap, die freie Weltkarte. Unsere Mitglieder prüfen vor Ort und tragen ein, was für die Orientierung zählt: Ist der Eingang stufenlos? Gibt es Rillenplatten am Boden? Hat die Ampel ein Tonsignal? Ist das Geschäft noch da? Das geht direkt in der App, mit dem eigenen OpenStreetMap-Konto.
Was wir eintragen, steht allen offen – auch anderen Apps. So wird Laboe Schritt für Schritt einer der am besten erfassten Orte für blinde Menschen.
Nur in InkluGuide gibt es, was nicht in eine offene Karte gehört: Speisekarten, Beschreibungen des Wegs zum Eingang und später die Rundgänge zum Anhören.
Datenschutz und Unabhängigkeit
Dein Standort verlässt dein Handy nicht. Entfernungen, Richtungen und Wege berechnet die App auf dem Gerät. Ein Konto brauchst du nicht, und es gibt kein Tracking und keine Werbung.
Ins Internet geht die App nur, um neue Orte, Fahrpläne und Verbesserungen zu laden – ohne deinen Standort. Eine Adresssuche über das Internet kannst du ausdrücklich zuschalten.
Alle Einzelheiten stehen in unserer Datenschutzerklärung.
Wie es weitergeht
InkluGuide läuft heute auf Testgeräten und wird laufend weiterentwickelt. Als Nächstes planen wir:
- Hörpunkte: Die App erzählt beim Vorbeigehen von selbst, wo du bist – auch mit gesperrtem Bildschirm.
- Beacons in Rathaus, Bücherei und Schule: „Der Eingang ist direkt vor dir.“
- Warnungen vor Baustellen und Umleitungen – mit Vibration und Warnton.
- Rundgänge zum Anhören, zum Beispiel zum Ehrenmal und zum U-Boot U 995.
- Veröffentlichung im App Store und bei Google Play.
- Weitere Orte nach dem Vorbild Laboe.
InkluGuide unterstützen
Damit InkluGuide aus der Testphase in die App-Stores und über Laboe hinaus kommt, brauchen wir Unterstützung – vor allem für:
- Beacons für die Gebäude und ihre Montage
- Feldtests mit blinden und sehbehinderten Menschen
- Texte zur Orientierung und Rundgänge, gesprochen von echten Stimmen
- Weiterentwicklung und Veröffentlichung in den App-Stores
Aktuell: Mapping-Kit für präzise Kartierung
Das GPS eines Smartphones kann mehrere Meter danebenliegen – bei Bordsteinabsenkungen, Querungsstellen oder Leitstreifen sind wenige Meter aber entscheidend. Deshalb sammeln wir für ein ArduSimple RTK Handheld Mapping Kit, mit dem wir Orientierungspunkte in Laboe sehr präzise erfassen können. Das Gerät wird Eigentum von InkluFusion e. V. und bleibt dauerhaft im Einsatz.
Benötigt werden 620 € für Kit und Nebenkosten.
Zum Spendenaufruf auf betterplace.orgUnternehmen können InkluGuide als Sponsor unterstützen – mit einem festen Jahresbeitrag nach unseren Sponsoring-Stufen oder als Projektpate. Du willst selbst mitmachen, zum Beispiel beim Testen oder Kartieren? Auch dann freuen wir uns über deine Nachricht.
Philosophie
InkluGuide entsteht für und mit den Menschen, die die App nutzen. Jede Funktion richtet sich nach echten Bedürfnissen. Die App erfindet nichts: Fehlt eine Angabe, sagt sie das – statt zu raten.
Unser Ziel: mehr Unabhängigkeit, mehr Sicherheit, mehr Teilhabe am eigenen Umfeld.